Deutschen Herren verspielen mit Niederlage gegen Israel gute Ausgangsposition
Zweite EM-Pleite im türkischen Adana beschert Hammerlos im Viertelfinale
Der letzte Spieltag der Vorrunde hat die möglichen Viertelfinalpartien bei der Rollstuhlbasketball-Europameisterschaft 2009 im türkischen Adana noch einmal kräftig durcheinander gewirbelt. Während Titelverteidiger Schweden nach der dritten Niederlage sogar das Viertelfinale verpasste und seine Chancen auf eine Titelverteidigung begraben musste, kam Deutschland nach der 69:71 (8:19/24:31/42:52)-Niederlage gegen Israel zwar noch einmal mit einem blauen Auge davon, trifft aber nun bereits im Viertelfinale auf den Topfavoriten Großbritannien.
In der Neuauflage des aus deutscher Sicht erfolgreichen kleinen Finales der letzten EM 2007 in Wetzlar missglückte der Mannschaft um Topscorer Dirk Passiwan der Start gänzlich. Über 2:7 (4.) lag die Mannschaft nach dem ersten Viertel gar mit 8:19 in Rückstand. Doch mit Beginn der zweiten zehn Spielminuten packte Deutschland das Kämpferherz aus und war binnen kürzester Zeit beim 20:21 (15.) durch den Trierer Passiwan wieder auf Tuchfühlung.
Doch dieses Wellenbad der Gefühle sollte sich in der Folge nahtlos fortsetzen. Dem beschriebenen Anschluss folgte postwendend das 22:31 (19.), gefolgt von den weiteren Zwischenständen 34:35 (23.) und 40:50 (30.). In der 35. Spielminute leitete dann Pointguard Lars Lehmann mit seinem 50:60-Anschluss den Endspurt der deutschen Rollis ein, der das Team beim 58:62 (37.) und beim 66:68 (39.) durch ein Dreipunktespiel von Center Dirk Köhler wieder heran führte. Doch der Routinier war vier Sekunden vor der Schlusssirene zum 69:71 auch der letzte deutsche Korbschütze dieses Tages.
Für die Mannschaft von Bundestrainer Wiegmann geht es nun im Viertelfinale um alles oder nichts. Das sportliche Ziel hieß vor der EM Halbfinale und muss es auch jetzt noch heißen. Damit verbunden wäre zudem die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 in Birmingham. Durch die nun verspielte hervorragende Ausgangsposition müsste man nun jedoch den Topfavoriten auf EM-Gold aus Großbritannien ausschalten, um das eigene Ziel noch zu erreichen. Hätte man gegen Israel gewonnen, wäre als Gruppenerster diese schwere Hürde ausgeblieben.
Israel: Ron Furman, Dotan Meishar (14), Avraham Lehrman (13), Roei Rozenberg (13), Lior Dror (9), Liran Hendel (9), Allon Dor Inn Igal (8), Refael Haim Shay (3), Rotem Philipps (2), Roei Bentolila, Itay Elimelech (n.e.), Kfir Naimark (n.e.).
Deutschland: Dirk Passiwan (21, Trier Dolphins), Lars Lehmann (11, Mainhatten Skywheelers), Dirk Köhler (8, RSV Lahn-Dill), Björn Lohmann (8, ASV Bonn), Sebastian Wolk (6, Mainhatten Skywheelers), Florian Fischer (5, USC München), André Bienek (4, University of Wisconsin/USA), Thomas Becker (2, ASV Bonn), Thomas Böhme (2, Jena Caputs), Matthias Heimbach (2, RSC-Rollis Zwickau), Lars Christink (Jena Caputs), Andreas Kress (n.e., Mainhatten Skywheelers).
Quelle: DRS-Rollstuhlbasketball








